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deutschDer menschliche Standpunkt

Horst Willenberg, 22.05.2004, 22:15

Der menschliche Standpunkt


Nahezu bodenlos der Sturz der Menschheit von der Krone der Schöpfung ins Fast-Nichts universalen Schweigens.

Zwischen Mikro- und Makrokosmos siedeln wir uns ohne jede Begründbarkeit mittig ein. Nicht mehr die Krone, doch veredelter Durchschnitt.

Entdeckungsfreude und Erfindungsgabe fördern die Erkenntnisfähigkeit - dem Erkennen des eigenen Selbst stehen sie im Weg. Als würde ein notwendiger Katalysator nach der Wirkungsentfaltung weder dynamisch eingebunden noch rückstandsfrei entsorgt.

Wir trauen unseren Erkenntnissen nicht ohne eine stabile Positionierung unseres Selbstwertgefühls; wir glauben nicht an Wunder, für die wir keine Erklärung haben.

Ob religiöse Dogmata oder empirische Beweisführungen die weltanschauliche Grundlage bilden, aus dem die Untersuchenden ihr Selbstgefühl beziehen, ist faktisch egal. Zur menschlichen Wesensart gehört, Beobachtung und Zielsetzung nicht vollständig voneinander trennen zu können.

Zwischen Ameisen und Sternen festigen wir mit Hilfe unseres prothetischen Instrumentariums die Annahme, kraft unserer Durchschnittlichkeit im Mittelpunkt der Welt zu stehen.

Wir setzen uns selbst die Krone auf, die wir einst selbst zu sein dachten - das ist


Der menschliche Standpunkt