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deutsch  Platon - Philosophie als Kunst der Rechtfertigung?

Roger Pfau, emailropf@leute.server.de, 23.04.2003, 16:33
Original: Platon - Philosophie als Kunst der Rechtfertigung? (Jakopb), 12.04.2003, 09:36



"Wahrheit" scheint mir ein bißchen hochgegriffen. Einem Zweck verpflichtete, absichtsvolle Beschreibungen von etwas, das sich entzieht, scheint mir eher angemessen zu sein als Charakterisierung dessen, was üblicherweise "Wahrheit" genannt wird. Gegen dies wollte ich allerdings nicht argumentieren, es ist zu selbstverständlich und zu tief verwurzelt. Es geht nie um "Wahrheit". Jedoch scheint es mir so zu sein, daß die Philosophie mitsamt ihrer Schwester Theologie entlang ihrer gesamten Geschichte sich in den Produkten der sie Ausübenden kräftigst bemüht hat, diesen Umstand zu verschleiern.

Und es wäre doch mal etwas wirklich Neues: den Wunsch zu hegen, daß etwas "besser" würde, ohne den Wunsch zu hegen, dies von anderen einzufordern.

Wie gesagt, die Gründe gehen nie aus. Ich werde getötet, gleich ob ich  diesen letzteren Wunsch hege oder nicht hege. Da es aber das "Normale" ist, ihn zu hegen, könnte ich es vor meinem Tod doch auch mal damit probieren, ihn nicht zu hegen. Die andere Möglichkeit ist schon seit Ewigkeiten suspekt. Obwohl die Scharen der Aktivisten, deren - natürlich immer streng gutgemeinten - Aktionen zum Zustand unserer Welt geführt haben, sich dadurch nicht im geringsten werden irritieren lassen.

Und glaub mir, Jakob: MIR wird das Handlungsvermögen der Macht nie ein Lob wert sein ...

Roger