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Hallo!
"Hilfe ich werde überzeugt!" - irgendwie sprichst du mir aus der Seele. Ich vertrete die These, dass alle Menschen unfrei sind, auch wenn sie es nicht einsehen wollen. Vielleich habe ich mir eine etwas schwachsinnige Definition von Freiheit ausgedacht, aber sie entspricht genau meinem Gefühlszustand: Entweder man ist ganz frei oder gar nicht. Es gibt keine relative Freiheit. Ein Beispiel für relative Freiheit: Ein Mensch, der sich geistig völlig frei fühlt, alles denken und von mir aus auch sagen kann, was er möchte (wobei ich damit nicht behaupten will, dass das möglich ist) wäre nur psychisch frei, aber nicht physisch... somit also nur relativ frei, in einem bestimmten Rahmen also. Ich bin erst frei, wenn ich einfach losfliegen kann, wenn ich Lust und Laune dazu habe. Auch kann man dann erst wirklich von Freiheit sprechen, wenn ich meinen Körper soweit beherrsche, dass ich ihn gar nicht mehr brauche. D.h. ich existiere dann nur noch in einer rein mentalen Form und völlig frei. Doch die traurige Realität ist: Wohin man nur geht und was man auch tut, man wird nun einmal von allem und jedem beeinflusst - das läuchtet doch ein, oder? Nun bin ich mir dessen vollkommen bewusst, dass das wohl die von der Praxis am weitesten entfernteste Definition von Freiheit ist. Es macht ja keinen Sinn es so zu definieren, wenn man den Zustand der absoluten Freiheit sowiese nie erreichen wird, zumindest solange ich lebe wohl nicht mehr. Was ich damit eigentlich betonen möchte ist, dass jeder Mensch in viele zwischenmenschliche Beziehungen verstrickt ist. Es fängt ja schon bei der Erziehung an... Keiner kann sich individuell entfalten, ohne dass er nicht beeinflusst wird, von Eltern, Freunden, Staat und vor allem auch von dem Fernsehprogrammen. Jeder Mensch versucht doch den anderen zu beeinflussen. Man möchte den anderen doch so veränden, dass er mir am nützlichsten ist (natürlich möglichst so, dass derjanige es nicht merkt). Man ist ständig irgendwelchen Überzeugungsversuchen ausgesetzt. Jeder ist also ein Egoist. Was tue ich schon, was mir nicht nützt? Wenn ich jemandem einen Gefallen mache, erwarte ich doch, dass er mir, sobald ich ein Problem habe, ebenfalls hilft. Sollte ich jemandem nur helfen, weil ich so nett und sozial bin, geschieht es doch auch nur aus Egoismus. Wieso spendet man denn der 3. Welt Geld? Doch nur um sein "schlechtes Gewissen" zu beruhingen. Ist mein "schlechtes Gewissen" beruhingt, habe ich doch wieder mir selber etwas Gutes getan. Das mindert natürlich nicht die gute Tat, die ich für die 3. Welt vollbracht habe... aber hätte ich es auch getan, wenn ich damit mein "schlechtes Gewissen" nicht beruhingt hätte? Als Antwort auf diene Frage nach der Humanität in der Welt: Es gibt sie nicht wirklich, sodern nur oberflächlich, nur als Tarnung, nur als Vorwand - letzendlich ist es nur Egoismus und Utilitarismus.
Mein Weltbild ist wohl nicht sehr rosig... Das kommt villeicht auch daher, dass ich nicht weiß wer ich wirklich bin. Ich bin doch nur ein Produkt der Sozialtechniken, der Erziehung, der Gesellschaft, meiner Freunde, meiner Umwelt, der Medien, der Kirche, des Staates, der ganzen Welt, all dessen was existiert und all dessen was vielleicht über die Existenz hinaus geht. Das ist doch trostlos. Ich will ich selbst sein, und nicht irgendein manipuliertes, vorherbestimmtes, berechenbares Wesen. Aber ich kann mein wirkliches Wesen nicht einmal erkennen, geschweige denn ausleben und fördern.
Ciao, Eure Emö.
P.S.: Kurz zu meiner Person... nur für den Fall, dass es euch interessiert... Emöke ist mein wirklicher Name und bedeutet so viel wie "Baby". Ich bin so gut wie 20 Jahre alt und genieße gerade meine schulfreie Zeit (das Abi ist vorbei)! Meine Muttersprache ist Ungarisch (daher auch mein hunnischer Name).
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