Hallo Artem!
Dei Posting ist eine sehr ungewöhnliche Anfrage in diesem Forum, und mehr noch aufgrund ihrer Form als wegen ihres Inhaltes. Verzeih mir bitte meine Offenheit und Direktheit: An verantwortungsvoller Stelle würde ich auf deine Anfrage entweder gar nicht oder mit einer Absage reagieren. Der Grund: Du erweckst den Eindruck, dass du nicht weißt, was du willst; es scheint dir einzig um das Bestätigungsschreiben der Uni, letztlich also um das Geld der UNESCO zu gehen. Dafür machst du alles, stellst sogar deinen Forschungsgegenstand zur Disposition. Das macht dich alles andere als interessant unter der Schar der sicherlich zahlreichen Mitbewerber und -bewerberinnen. Du solltest im Gegenteil versuchen, dein Gegenüber dadurch zu überzeugen, dass du etwas Besonderes machst - oder zumindest genaue Vorstellungen davon hast, was du selbst willst.
Es mag ja sein, dass es für dich in deiner Situation schwierig ist, hilfreiche Informationen zu einem Auflandsaufenthalt zu bekommen. Dennoch wäre es durchaus machbar, gezielt danach im Internet zu suchen. Im Falle von Deutschland etwa hat jede dritte Uni einen Schwerpunkt in Interkultureller Pädagogik, Interkultureller Kommunikation, Interkulturelle Studien usw. Das lässt sich einfach recherchieren. Die Mühe musst du dir schon machen. Dann wirst du auch schnell mögliche Betreuer für deinen Aufenthalt finden.
Weiterhin solltest du beachten, dass dein Betreuer im Normalfall nicht für finanzielle Fragen zuständig ist. Also erwähn das gar nicht. Dafür ist dein Stipendiengeber zuständig; und vielleicht auch die Univerwaltung.
Allgemeine Fragen zu Lebenshaltungskosten in Deutschland und dergleichen findest du übrigens ebenfalls im Internet beantwortet. Dazu zwei Adressen:
- Deutscher Akademischer Austausch-Dienst (DAAD)
http://www.daad.de(Er hat auch ein Büro in Kiew.)
- Deutsches Studentenwerk
http://www.studentenwerke.de(Das ist eine Organisation für die sozialen Belange der Studenten.)
Im Falle von Deutschland erscheinen mir die 1.500 US-$ übrigens recht großzügig berechnet zu sein. Es ist natürlich einfach, sie auch aufzubrauchen (z.B. Bücher sind sehr teuer). Aber im Notfall, wenn du SEHR sparsam lebst, müsste auch die Hälfte reichen. Das ist dann aber sehr knapp.
Nun schreibst du, dass der Stichtag der 27. November ist. Ich halte es für vollkommen ausgeschlossen, dass du in dieser kurzen Zeit noch etwas organisieren kannst. Daher rate ich dir, das Ganze um ein (halbes) Jahr zu verschieben, in der nächsten Zeit Kontakte aufzubauen und dich danach gezielt auf den Aufenthalt vorzubereiten. Du profitierst ja fachlich von einem Forschungsaufenthalt nur, wenn du in deine Materie schon gut eingearbeitet bist. Und untadelige Sprachkenntnisse gehören natürlich auch dazu. Das ist vielleicht sogar die größere Hürde. (So war und ist es zumindest für mich.)
Bitte lass dich von meiner Direktheit nicht abschrecken. Ganz im Gegenteil finde ich es immer wieder neu sehr erfreulich, wenn jemand versucht, nicht nur über den eigenen Zaun zu schauen, sondern sich auch konkret aufmacht in die Fremde. Herzlichen Glückwunsch also zu deiner Entscheidung! Und nicht zuletzt alles Gute, damit du sie (vielleicht etwas später und etwas anders als ursprünglich geplant) tatsächlich verwirklichen kannst!
Beste Grüße
Bertold