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Suchen oder Finden

joh.: emailjoh.zacher@t-online.de, 20.11.2002, 14:50
Original: deutsch  Suchen oder Finden (Roger Pfau), 18.11.2002, 16:21



Lieber Roger,


„So verstanden läuft der Satz wesentlichen Elementen abendländischen
Selbsverständnisses (Machen, Machen) entgegen, und vielleicht verursacht
dies die davon ausgehenden Irritationen.“
Dem Stimme ich zu. Und das ist in theoretischer Hinsicht auch der Dreh
und Angelpunkt. Doch ähnlich wie in Deinem Beitrag zum „Ontologischen
Gottesbeweis“ ist eben die Irritation, daß in der Aussage Picassos der
Anschein erweckt wird, es sei eine unagemessene Beschränkung unser
abendländisches Selbstverständnis stringent zu verfolgen. Wie in deinem
Beitrag wird von mir als „unbefriedigend“ empfunden, daß ein Problem
nicht systemimanent behandelt wird. Der Sprung von unserem
SELBSTverständnis zu einem z.B. Zenbuddhistischen „absichtslosen tun“,
ist eben nicht erledigt in der Beschreibung beider Positionen als
gegenlaüfig und der anschließenden Erkenntnis daß diese Gegenläufigkeit
von mir denkerisch umschlossen werden will/soll/kann/muß. (Ein
viereckiger Kreis) Es findet eine als „Grenzverletzung“ empfundene
Erweiterung statt. Dadurch verändere ich in der Lösung die Vorrausetzung
für das Problem, was theoretisch vollziehbar ist, im Übertrag in meine
banale Wirklichkeit aber keine Evidenz gewinnt.
Wie bereits gesagt empfinde ich Perspektivwechsel als hochgradig
erfreulich. Doch um es mit deinen Worten zu sagen ich „würde mich besser
fühlen“ wenn ich mir den Satz innerhalb meines (und das ist halt der
Witz) SELBSTverständnisses aneigenen könnte.
Sprich was findet sich in meinem SELBSTvertsändnis um mich
Systemimanent möglichst nahe an die Grenze zu bringen, das Umschlagen in
eine andere Perspektive als evident zu erleben.
Das ist der hohle Punkt an den dieser Satz rührt.

Gruß joh