|
Lieber Roger,
„So verstanden läuft der Satz wesentlichen Elementen abendländischen Selbsverständnisses (Machen, Machen) entgegen, und vielleicht verursacht dies die davon ausgehenden Irritationen.“ Dem Stimme ich zu. Und das ist in theoretischer Hinsicht auch der Dreh und Angelpunkt. Doch ähnlich wie in Deinem Beitrag zum „Ontologischen Gottesbeweis“ ist eben die Irritation, daß in der Aussage Picassos der Anschein erweckt wird, es sei eine unagemessene Beschränkung unser abendländisches Selbstverständnis stringent zu verfolgen. Wie in deinem Beitrag wird von mir als „unbefriedigend“ empfunden, daß ein Problem nicht systemimanent behandelt wird. Der Sprung von unserem SELBSTverständnis zu einem z.B. Zenbuddhistischen „absichtslosen tun“, ist eben nicht erledigt in der Beschreibung beider Positionen als gegenlaüfig und der anschließenden Erkenntnis daß diese Gegenläufigkeit von mir denkerisch umschlossen werden will/soll/kann/muß. (Ein viereckiger Kreis) Es findet eine als „Grenzverletzung“ empfundene Erweiterung statt. Dadurch verändere ich in der Lösung die Vorrausetzung für das Problem, was theoretisch vollziehbar ist, im Übertrag in meine banale Wirklichkeit aber keine Evidenz gewinnt. Wie bereits gesagt empfinde ich Perspektivwechsel als hochgradig erfreulich. Doch um es mit deinen Worten zu sagen ich „würde mich besser fühlen“ wenn ich mir den Satz innerhalb meines (und das ist halt der Witz) SELBSTverständnisses aneigenen könnte. Sprich was findet sich in meinem SELBSTvertsändnis um mich Systemimanent möglichst nahe an die Grenze zu bringen, das Umschlagen in eine andere Perspektive als evident zu erleben. Das ist der hohle Punkt an den dieser Satz rührt.
Gruß joh
|