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Hallo, joh
was Picasso selbst letztlich damit ausdrücken wollte, könnte man wohl nur anhand sonstiger "flankierender" Äußerungen entschlüsseln. Insofern läuft jede Deutung dieses Satzes darauf hinaus, daß der Deuter etwas von sich selbst preisgibt, es sei denn, es handele sich um einen Kunsthistoriker mit Spezialwissen.
Nun der Satz erinnert mich ein wenig an das "absichtslose Tun" der Taoisten oder Zenbuddhisten. Nicht daß ich eine Verbindung zwischen Picasso und dem Fernen Osten herstellen will; aber wenn ich den Satz einmal wörtlich nehme, läuft er darauf hinaus, daß es nicht notwendig ist, zu suchen, um zu finden. Mit dem Suchen gibt er die Zielorientiertheit auf; und nach meiner ganz persönlichen Überzeugung ist nur das wirkliches Finden: wenn ich nicht schon vorher weiß, was ich finden will. Also nicht "ich suche nach", sondern "ich wurde gefunden von". So verstanden läuft der Satz wesentlichen Elementen abendländischen Selbsverständnisses (Machen, Machen) entgegen, und vielleicht verursacht dies die davon ausgehenden Irritationen.
Mir ist dieser Satz, so verstanden, sehr sympathisch; und ich denke, daß die von dir am Ende deines Beitrags vorgeschlagenen Pole im paradoxen Ganzen dieser Deutung aufgelöst sind, wobei dieses Ganze von deinem ersten Pol das Einverständnis, und von deinem zweiten Pol die heiter-quirlige Entspanntheit nimmt. Und wie bei jedem guten Paradox zeigt sich nur in der konkreten Entfaltung seine tiefere Bedeutung: was du damit machst, wie du mit diesem Satz lebst, das ist die Bedeutung, die er für dich hat.
Gruß Roger
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