home
archive · forum   
themes literature agenda archive anthology calendar links profile


deutsch  Rationales Denken und Ethik

Bertold Bernreuter: emailbernreuter@polylog.org, 13.07.2002, 19:08
Original: deutsch  Rationales Denken und Ethik (Joy), 11.07.2002, 15:41



»» Unser ethisches Denken hingegen, macht uns zu "gesellschaftsfähigen" Lebewesen (was notwedig ist, da der Mensch schließlich so "konstruiert" ist, dass er nur in der Gesellschaft seiner Artgenossen überleben kann).

Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den Einwurf von Robin Gaiason in seinem obigen Posting verweisen: 348.htm
Anhand seiner persönlichen Erfahrung im ebenso brisanten wie aktuellem Kampf gegen neonazistische Gewalt verweist er auf die vorgängige Funktion von Mitgefühl und Empathie für jegliches moralische Handeln. Mir erscheint das einleuchtend, denn was nützten uns die erprobtesten moralischen Grundsätze, wenn sie zu einem ethischen Formalismus erstarrten, ohne Mitgefühl für den Anderen? Wie Gaiason zeigt, bietet ein derartiger Formalismus einen perfekten Vorwand, sich nicht persönlich zu engagieren usw. Unter anderem das hat wohl auch Roger Pfau gemeint, wenn er davor warnt, "daß gerade dort, wo Ethik zu sehr den Einflüsterungen rationalen Denkens ausgesetzt ist, sie sich verhält wie eine läufige Katze". Nicht wahr?

Bertold Bernreuter