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Deine Suche nach gesellschaftlichen Problemen scheint mir nicht sehr ernstgenommen, Helmut. Das klingt mir so als wenn genau du beschreiben könntest wer in dem Fall all die Schuld NICHT trägt. ICH ICH ICH, und damit hast du auch recht - du bist dieser jenige. Doch du allein bist nicht die Gesellschaft. Das wäre ebenso hirnrissig und egozentrisch und diese Einstellung stünde kontraproduktiv dem Problem gegenüber - falls es für den einzelnen überhaupt nach einer Lösung verlangt. Es geht ja nicht darum, irgendeiner oder vielleicht genau zwei oder drei Personen die Schuld zu geben, sondern darum, zu erkennen DASS irgendwo die Schuld gelegen ist bzw. dass es Ursachen (leider noch) gibt, genauso wie es weitere Folgen derer geben wird. Ja und wie gelegen kommt dazu die bequeme Tatsache, die in einer Gesellschaft - bestehend größtenteils aus Individuen die auch nur auf ihrer individuellen Ebene denken - wohl eines der Grund-Probleme darstellen dürfte, dass man nicht muss: man muss sich keiner Schuld bewußt sein, man muss nicht einmal darüber nachdenken, ob in den Augen ANDERER das gleiche gilt wie für einen selbst; seien es Computerspiele, Schützenvereinmitgliedschaft, Waffen, Anerkennung von anderen INDIVIDUEN dieser Gesellschaft, Ruhm weil man die meisten Gegner abknallte - oder waren es diesmal doch echte Menschen... muss man nicht, natürlich.
Dass Filme und andere Aggressionen-darstellende Medien zum Problem MIT beitragen steht genauso außer Frage wie die Tatsache, dass Rauchen Krebs verursachen kann. Wieso wollt ihr nicht einsehen, dass es "theoretisch" keinen Unterschied macht ob ein Computermensch oder ein realer Mensch abgeschossen wird wenn der Schütze den gewaltigen Unterschied zwischen beiden vor lauter Gegnern nicht erkennen kann?
Vielleicht vertrete ich hier eine Utopie von einer Gesellschaft, doch ich bin froh und hoffe das deren Regeln auch weiterhin in dieser Gesellschaft funktionieren. Selbstredend muss man sie natürlich nicht befolgen Man muss ja auch nicht aufgeben. Aber:
Dass solche Probleme ein Faß ohne Boden und Hoffnung auf Abschwächung oder gar Beseitigung sind und dies auch noch jedem klar sein dürfte, macht eine Einstellungsänderung und daraus geeignete Interventionen - oder überhaupt und ganz zu Anfang Glauben an diese - fast unmöglich. Ob aber Ignoranz die beste Reaktion ist, möchte ich bezweifeln - im Fall des Falles trifft es Ignoranten wohl am härtesten. Und wenn unsere Werte-Gesellschaft langsam mit oder ohne mir zusammenbricht, möchte ich zumindest dabei zuschauen und versuchen, viele andere Menschen davon zu überzeugen auch damit anzufangen - ich denke dann kommen die Fragen von ganz alleine...
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