|
Auch auf die Gefahr hin, die Metapher überzustrapazieren: Das Unwägbare und zugleich Spannende ist ja gerade, daß dieses Projekt erst dann richtig lebt, wenn nicht nur einer oder eine, sondern viele unterwegs sind. Es ist also nötig, daß sich Wege kreuzen und manche auch ein Stück Weg gemeinsam gehen. (Sei es nun vorherbestimmt oder nicht.) Die hoffnungsvolle Phantasie wäre nun, daß sich in diesen erst einmal eher zufälligen und selbstgenügenden Begegnungen (so sehe ich's) mit der Zeit so etwas wie eine Richtung abzeichnet, oder auch mehrere: Wege, die uns weiterbringen mit unseren Fragen.
Interkulturelles Philosophieren erscheint mir insofern als Gratwanderung: Vorschnelles Verstehen und Vereinnahmen sind ebenso eine Gefahr wie das wohlige Verharren im multikulturellen Tratsch. Irgendwo dazwischen sollte ein gangbarer Weg entstehen. Doch dazu müssen wir einfach mal losgehen. Viel wäre schon gewonnen, wenn wir uns auf die entscheidenden Fragen einigen könnten. (in welcher Sprache? - mit welchem Modus? - und wer ist wir?)
Beste Grüße Bertold Bernreuter
|