|
Hallo Stefan,
>>> Ich finde z.B. manche Verhaltensregeln der Religionen ganz gut, übernehme sie sogar, da nützlich und sinnvoll, des Weiteren kann man den Glauben durchaus als Placebopille benutzen, oder als Platzhalter für noch ungeklärte Fragen, vielleicht hilft's in sofern wäre ich also kein Atheist. <<<
Du wirst vermutlich im Laufe Deines Lebens noch andere Definitionen finden. Um die Spielregeln der Gesellschaft einzuhalten, dafür bedarf es keines Glaubens, allein eines Gesetzbuches, bestenfalls auch eines Gewissens. Aber bereits das Gewissen ist der erste Schritt des Kindes zu Gott. Der echte Glaube funktioniert nicht mittels Placeboeffekt, er stützt sich auf bedingungslose Liebe zu Gott. Rasch würde man spüren, daß die Placebo-Pille keinen Inhalt hat.
>>> Auf der anderen Seite verabscheue ich den Glauben, der mir diktiert wird, und der von mir blindesten (ohne nachzudenken, 1:1)Gehorsam fordert, da dies dann zu Ausbeutung...<<<vgl. evtl. Science Tologie),
Kirche und Glaube sind auch für mich zweierlei Schuhe. Es ist nachvollziehbar, daß der öffentliche Glaube (Kirche) von einem Diktat geprägt sein muß, denn es gilt ja, eine riesige Herde zu führen. Der Schluß liegt nahe, daß nach innen gehende Religionen wie der Buddhismus die bessere Wahrheit für sich verbuchen, aber auch das ist nicht wahr. In keiner Religion ist Gold, was glänzt und man kann praktisch nur weinen darüber. Über Scientology oder die Zeugen Jehovas zu reden, erübrigt sich. Wann immer ein Mensch der leitende Guru einer Glaubensbewegung ist, darf man sicher sein, daß das Kostbarste seiner Lehre sein Ego ist, für das andere mit ihrem Glauben bezahlen müssen.
Dogmen aber findet man überall, auch wenn sie nicht so laut schreien wie jene der Katholischen Kirche.
>>> doch läßt diese Kirche außer Acht, dass diese mehrmals übersetzt, z.T. mündlich überliefert und dann nacherzählt und interpretiert bzw. verschönt/umgeschrieben wurde/wird. Und schließlich wird es wohl mehr bringen, wenn mehrere Köpfe denken, als wenn einer diktiert. <<<
Die tatsächliche Herkunft der Bibel zu bestimmen, wird uns wenig gelingen. Überliefert wird, daß die Masoreten, ein Gelehrtenvölkchen, das die alten hebräischen Schriften ins Griechische übersetzt hat, sehr liebevoll mit den Texten umgegangen ist. Es gibt ganze Abhandlungen darüber, wie die Bibel übersetzt und überliefert wurde, und es klingt glaubwürdig. Aber in allem, was wir über das Vergangene wissen wollen, sind wir leider auf die Überlieferung angewiesen - selbst waren wir ja nicht dabei. Am Ende aller Forschungen kehrt man zu Logik, Instinkt und Intuition zurück, zu den drei Helfern, wenn Wissenschaft und Religion versagen.
Liebe Grüße, iris
|