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deutsch  ist das Religion?

Stefan Zimmer: emailStefan_Zimmer@gmx.de, 06.11.2000, 22:31
Original: deutsch  ist das Religion? (iris), 06.11.2000, 19:44



Das einfachste ist wohl ich antworte einfach mal auf deine Fragen irgend ein Funke Thematik wird sich dann darin auch für die anderen finden.

Ob ich ein Atheist bin? Laut Definition ist ein Atheist einer der nicht glaubt. Frage ist nur an was.
Ich finde z.B. manche Verhaltensregeln der Religionen ganz gut, übernehme sie sogar, da nützlich und sinnvoll, des Weiteren kann man den Glauben durchaus als Placebopille benutzen, oder als Platzhalter für noch ungeklärte Fragen, vielleicht hilft's in sofern wäre ich also kein Atheist.
Auf der anderen Seite verabscheue ich den Glauben, der mir diktiert wird, und der von mir blindesten (ohne nachzudenken, 1:1)Gehorsam fordert, da dies dann zu Ausbeutung(vgl. evtl. Science Tologie), Bulutbädern und Kriegen (30 Jähriger Krieg, Kreuzzüge, Verhalten der Kirche im 2.WK...), ... führt. Manch eine Kirche begründet solche Befehle mit der Bibel, doch läßt diese Kirche außer Acht, dass diese mehrmals übersetzt, z.T. mündlich überliefert und dann nacherzählt und interpretiert bzw. verschönt/umgeschrieben wurde/wird. Und schließlich wird es wohl mehr bringen, wenn mehrere Köpfe denken, als wenn einer diktiert. In sofern wäre ich also ein Atheist.

Mein Leben finde ich auch ganz geborgen(sicher, zufrieden), motiviert, verstanden und lebendig. Getreu meinem Motto: Mach das Beste aus der Erde, wenn du schon nicht von ihr wegkommst. Wegkommen deshalb nicht, da man in Menschen die man geistig beeinflusst hat, geistig, oder sogar genetisch, in seinen Kindern, weiterlebt, Selbstmord bringt also auch nichts. Eine weitere Stütze für dieses Mottos ist, das es ein Motto ist, und dass das daraus resultierende Verhalten kaum falsch sein kann, da wenn ich tolerant, hilfsbereit, friedliebend und solidarisch bin ,ist das einzige was mir passieren kann, dass ich genauso behandelt werde, und wäre das schlimm? Dank/Motivation bekomme ich für solch ein Verhalten auch, z.B. ein paar weitere glückliche Menschen, das reicht mir schon. Verstanden werde ich sicherlich nicht von allen, aber doch von einigen, und zudem der schwache Fisch, der sich mit dem Storm treiben läßt findet auch nur sehr, sehr selten den richtigen Weg. Und da ich handeln kann, vielleicht sogar freier als ein vom Glauben beengter, eine Lebensidee habe bin ich auch lebendig. Bliebe nur noch die Sicherheit nachzuweisen: bei einem Flugzeugabsturz bin ich nicht mehr gefährdet als einer der sich streng an die Anführer seiner Religion hält, wenn ich krank bin hilft 1. die Kirche heute nicht mehr viel/ gar nicht und 2. gibt es eine Familie, Freunde, Krankenkasse.....

Nun noch zur „wichtigsten“ Frage, ob ich ein Bibelforscher bin. Um korrekt zu sein unfreiwillig und gezwungener maßen -  im allgemeinen ziehe ich es vor meinen eigenen Kopf zu benutzen -  da ich  als schulpflichtiger Mensch mir wöchentlich 90 Minuten Geschwafel einer total verblendeten Religionslehrerin leben muß.

Eigentlich wollte ich mit diesem Beitrag nur sagen, dass ich nicht Religion ablehne, sondern nur  blinden Gehorsam.

Freue mich auf Antworten :-))
  
Stefan